Schritt 1 · Die Ausgangslage
Bevor wir über ein neues Design sprechen, ein ehrlicher, fachlicher Blick auf den aktuellen Auftritt. Das ist kein Urteil über die Kanzlei, sondern über eine über Jahre gewachsene Baukasten-Seite, die hinter dem zurückbleibt, was die Kanzlei heute ausmacht - und genau hier liegt das größte Potenzial.
01 · Der erste Eindruck
Die Seite läuft auf Wix. Das funktioniert, wirkt aber austauschbar und bindet Sie an eine Plattform, die Sie nicht kontrollieren - mit Grenzen bei Tempo, Suchmaschinen und Datenhoheit.
Plattform
Starke Plattformbindung, begrenzte Kontrolle über Performance, SEO und Datenhaltung. Für eine Visitenkarte genügt das - für eine Wirtschaftskanzlei verschenkt es Substanz.
Gesamteindruck
Der Auftritt wirkt wie viele Kanzlei-Baukästen - ordentlich gepflegt, aber ohne eigene Handschrift. Nichts wirkt falsch, doch nichts bleibt hängen.
Schrift & Farbe
Playfair Display als Headline-Schrift ist eine starke Wahl - die behalten wir. Die Markenfarben Blau und Gelb bleiben ebenfalls erhalten. Das Fundament stimmt.
02 · Das größte Potenzial
Die Substanz stimmt - was fehlt, ist ein Auftritt, der sie trägt. Drei Stellen, an denen aktuell am meisten verschenkt wird.
Bildwelt
Im Seitenkopf ein klassisches Handschlag-Stockmotiv - austauschbar und beliebig. Die Anwaltsporträts sind vorhanden, aber der erste Bildeindruck ist Symbolfotografie statt eigener Handschrift.
Mandatsanbahnung
Kein strukturierter Erstkontakt mit Konfliktprüfung, keine Online-Terminanfrage. Der Weg vom Interesse zum Mandat ist unverbindlicher und umständlicher als nötig.
Vertrauen
Vor dem ersten Kontakt sucht ein Mandant nach Beweisen - ausgewählte Mandate, Referenzen, Auszeichnungen. Solche Vertrauenssignale treten auf der Seite kaum hervor, dabei sind sie der stärkste Hebel.
03 · Mobil
Mehr als jeder Zweite öffnet Webseiten heute auf dem Smartphone (rund 55 % im Deutschland-Schnitt). Genau hier ist der aktuelle Auftritt am schwächsten.
Darstellung
Der Kopfbereich nimmt mobil sehr viel Höhe ein und drängt die eigentlichen Inhalte weit nach unten - man scrollt, bevor man Substanz sieht.
Optik
Die Seite wirkt wie die geschrumpfte Desktop-Variante, nicht wie ein eigenständig durchdachter Mobil-Auftritt - genau dort, wo die meisten Mandanten zuerst landen.
Erstkontakt
Zum Smartphone passt ein direkter, geführter Erstkontakt. Aktuell fehlt genau dieser Weg - der erste Schritt zum Mandat bleibt unverbindlich und umständlich.
04 · Die Quintessenz
Kein einzelner Fehler ist dramatisch. In Summe aber verkauft die Seite eine starke Kanzlei unter Wert - an genau den Stellen, an denen Entscheidungen fallen.
Positionierung
Wer sich als moderne, hochwertige Kanzlei positionieren will, wird durch den aktuellen Auftritt ausgebremst. Der erste Eindruck bestätigt den Anspruch nicht - er widerspricht ihm.
Mandantengewinnung
Die schwächsten Stellen - die mobile Darstellung und der fehlende geführte Erstkontakt - sind ausgerechnet dort, wo aus Interesse ein Kontakt wird. Hier versickert Nachfrage unbemerkt.
Recruiting
Gute Anwältinnen, Anwälte und Mitarbeitende beurteilen eine Kanzlei am Auftritt. Eine austauschbare Baukasten-Seite spricht eher gegen Sie - im Wettbewerb um die Besten ein Nachteil.
Sichtbarkeit
Fehlende Social-Vorschau, Plattform-Grenzen bei SEO, kein eigenes Bildprofil: Reichweite und Vertrauen, die ohne großen Aufwand zu holen wären, bleiben liegen.
05 · Vorher / Nachher
Links der aktuelle Auftritt, rechts der Entwurf - in beiden gestalterischen Richtungen. Ziehen Sie den Griff in der Mitte hin und her. Besonders auf dem Smartphone wird der Sprung deutlich.
Richtung A
Desktop · aktuelle Seite gegen Variante A
Mobil · aktuelle Seite gegen Variante A
Richtung B
Desktop · aktuelle Seite gegen Variante B
Mobil · aktuelle Seite gegen Variante B
Soweit die Bestandsaufnahme
Sie wissen jetzt, was nicht passt. Im nächsten Schritt zeige ich Ihnen, nach welchen Prinzipien ein neuer Auftritt entsteht - und wie er konkret aussehen kann.
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